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Studium und Lehre, Veranstaltungen

INTERNATIONALISIERUNG ALS HERAUSFORDERUNG DER QUALITÄTSSICHERUNG IN STUDIUM UND LEHRE

Strahlender Sonnenschein bei 17 Grad im November – das allein wäre schon ein guter Grund für eine Reise nach Portugal gewesen. Anlass war aber vielmehr das an der Universität von Aveiro veranstaltete European Quality Assurance Forum (EQAF), das sich in diesem Jahr dem Thema „Internationalisation in a changing world. New trends and challenges for QA“ widmete. Unter den rund 450 Teilnehmenden aus 51 Ländern waren neben europäischen Verbänden* sowohl nationale Agenturen für Qualitätssicherung als auch zahlreiche Hochschulen vertreten, letztere mit Mitgliedern der Hochschulleitung sowie Verantwortlichen für Qualitätsmanagement und Internationalisierung.

Für HIS-HE war das Tagungsthema von besonderem Interesse, da wir im Geschäftsbereich Hochschulmanagement einerseits seit Jahren Fortbildungen zum Qualitätsmanagement für Studium und Lehre durchführen und andererseits kürzlich den vom BMBF initiierten Stakeholderprozess zur Weiterentwicklung der Bund-Länder-Strategie für die Internationalisierung der Hochschulen begleitet haben. Darüber hinaus beschäftigt mich derzeit die Frage, inwieweit Beispiele aus dem Europäischen Hochschulraum Impulse für die Lehrentwicklung an deutschen Hochschulen bieten können (Bosse, 2023). So war ich gespannt auf einen Einblick in den Umgang mit den Herausforderungen, die die fortschreitende Internationalisierung für die Qualitätssicherung in Studium und Lehre mit sich bringt.

Zunächst standen in den mit Hans de Wit und Michael Gaebel prominent besetzten Plenarvorträgen die aktuellen Trends der Internationalisierung im Mittelpunkt, deren Fokus sich von der Studierendenmobilität über Maßnahmen für Internationalisation at Home hin zu Angeboten transnationaler Bildung geweitet hat. So treten neben den weltweiten Wettbewerb um die besten Studierenden und Wissenschaftler:innen auch neue Kooperationsverhältnisse, wie sie sich auf europäischer Ebene etwa in Form von Joint bzw. Dual Degree Programmes zeigen, genauso wie in der jüngeren Initiative für Europäische Hochschulallianzen. Herausforderungen für das Qualitätsmanagement gehen damit nicht nur einher, weil es bislang noch an übergeordneten Definitionen und Leitlinien für die Kombination von virtuellem Austausch und Kurzzeitaufenthalten im Ausland mangelt, die das klassische Verständnis von Studierendenmobilität erweitert. Die Tagungsbeiträge haben vielmehr verdeutlicht, dass insbesondere die von mehreren Hochschulen aus verschiedenen Partnerländern getragenen Studienangebote, für die es eigene hochschulübergreifende Qualitätssicherungsverfahren zu entwickeln gilt, als Herausforderung wahrgenommen werden.

Trotz des gemeinsamen Rahmens, den die Standards and Guidelines for quality assurance in the European Higher Education Area (ESG) hierfür bieten, scheint z. B. die wechselseitige Anerkennung hochschuleigener QM-Systeme und nationaler Akkreditierungen ein hohes Maß an Verständigung und Verhandlung zu erfordern, da neben rechtlichen Rahmenbedingungen auch kulturelle Unterschiede die jeweilige Umsetzung der ESG prägen. Gleich mehrere Tagungsbeiträge verdeutlichten dies anhand von Kooperationsbeispielen auf Studiengangs- und Hochschulebene, wobei auch Allianzen unter Beteiligung deutscher Hochschulen ihre Erfahrungen geteilt haben, wie z. B. UNIC (Ruhr Universität Bochum) und 4EU+ (Universität Heidelberg).

Während sich in vielen Beiträgen das charakteristische Spannungsfeld zwischen nationaler bzw. institutioneller Autonomie und europäischer Homogenisierung widerspiegelte, spielte der für das Qualitätsmanagement ebenfalls typische Widerstreit zwischen der Kontrolle formaler Standards und der Unterstützung von Qualitätsverbesserung und Innovation (vgl. Hettenhausen, 2023) kaum eine Rolle. So ging es nur am Rande um Fragen der Qualitätsentwicklung, wie z. B. im Projekt Profformance, das von den Wissenschaftsministerien aus sieben europäischen Ländern getragen wird und die (Rahmenbedingungen für die) Förderung von Lehrkompetenzen in den Blick nimmt. Das dazugehörige Evaluationsinstrument für Lehrende, das zwischen lehrbezogenen Aufgaben (z. B. student-centered course design, student’s learning assessment) und Querschnittsthemen (z. B. digitalisation, internationalisation) unterscheidet, bildet einen interessanten Vorstoß hinsichtlich der Bewertung von Lehrqualität.

Die genannten Beispiele und die vielen weiteren Einblicke in die Möglichkeiten und Herausforderungen europäischer Zusammenarbeit waren auf jeden Fall eine Reise wert! So darf man gespannt sein auf die nächste Tagung der European University Association: Das European Learning & Teaching Forum, das vom 08.-09. Februar 2024 von der Ruhr Universität Bochum ausgerichtet wird. 

*Organisiert wird die jährliche EQAF-Tagung von der European Association for Quality Assurance in Higher Education (ENQA), der European University Association (EUA), der European Association of Institutions in Higher Education (EURASHE) und der European Students Union (ESU). Die Tagungsbeiträge sind dokumentiert unter https://eua.eu/events/124-2023-european-quality-assurance-forum.html.   


Bildquelle: Eigene Aufnahme


Dr. Elke Bosse